....lesen Sie in der Unterrubrik, Saison 07 / 08, Berichte über die vergangenen Distanzritte
Saint-Agnant sous les Cotes 3. Octobre 2009 France CEI** 130 Km
Donnerstag 1. Oktober: Meine zwei Grooms, Töchterli Patricia, mein Lebenspartner Christoph, sowie meine eigene Wenigkeit mussten am Vormittag noch arbeiten gehen. In weiser Voraussicht haben wir alles schon am Vortag bereit gemacht, so dass wir um 13.30 Uhr vom Manishaus abfahren konnten. Der Weg führte uns über die Grenze in Basel nach Frankreich, durchs Elsass mit seinen Weinreben bis 50 Km nach Nancy nach Saint-Agnant sous les Cotes.
Die 5,5 Stunden Fahrt verliefen sehr schnell. Angekommen am Ziel, konnte Mazzia ihre Beine vertreten und durfte dann im schnell erbauten Paddock noch eine wenig grasen. In der Zwischenzeit bezogen wir unser Logis. In 8 Km Entfernung haben wir ein "Gite" gemietet. Inmitten einem kleinen Paradies wurden wir von unserem Logis sehr positiv überascht. Hier beging ich den Fehler mit Christoph eine Wette abzuschliessen, die ich natürlich verlor. Man notiere: "Niemals mit Christoph Wetten abschliessen"! Nachdem wir uns eingerichtet haben, Mazzia in ihrer Box versorgt haben, musste/durfte ich meine Wette einlösen, indem ich meine Crew zu einem feudalen Abendessen einlud.
...unser Gite im Paradies
Freitag 2. Oktober: Allzufrüh klingelte der Wecker. Töchterlein und Lebenspartner beklagten sich über: "es isch so chaut gsi", und " ig ha kes Oug zueta wäge däm Sch......Bett" . Ich hatte keine Probleme, und ging den Tag ganz locker an. Mazzia begrüsste mich mit einem herzlichen Brummeln, das wohl eher dem Futter als mir galt, einem aber trotzdem erfreut. Schnell ist die Box gemistet, und ab geht es die Strecke begutachten. Ich mit Mazzia, meine Grooms mit dem Auto, ein paar Groompunkte anfahren. Man will ja schliesslich vorbereitet sein am nächsten Tag. Bald schon stand dann die Vorkontrolle auf dem Programm. Bei Mazzia alles in bester Ordnung. Wir hatten Startfreigabe für den nächsten Tag.
Samstag 3. Oktober: Etwas über 50 Reiter reiten ihre Pferde warm, ich mit dabei. Es ist 6.30 morgens, die meisten reiten mit Stirnlampe da es noch dunkel und dazu neblig ist. Der Massenstart erfolgt geführt und wirkt daher sehr ruhig. Ich reite mit Mazzia fast zuhinterst. Schnell setzt sich die Spitze ab, wir bleiben in den hinteren Gefilden, obwohl Mazzia zu pullen anfängt und mit dem Kopf schlägt. Ich reite mit Gebiss und lasse mich nicht beeindrucken, auch wenn es nervig ist.
Sonnenaufgang, blutrot, Nebel über dem Lac du Madine, ich sage nur wunderschön!
1. Runde über 39 Km legen wir in knapp 15 KMH zurück. Es weht ein kühler Wind, gefährlich. Unser Pulsmesser funktioniert nicht. Wir verlieren wertvolle Minuten mit herumprobieren. Im Vetgate alles i.O. Pause.
Ab auf die zweite Runde. Ich starte alleine. Mazzia läuft regelmässig immer noch im Schnitt von 15 KMH. Bald habe ich ein paar Reiter eingeholt. Ihr Tempo passt aber nicht zu meinem, daher folge ich einer Zweiergruppe die uns überholt. Diese Runde verläuft nochmals über 39 Km, also relativ happig. Die Böden wechseln sich ab zwischen hart und steinig, weiche Waldböden, schöne Wiesenwege, Schotter, und immer wieder ein wenig hinauf und hinab.
Wir sind im Vetgate ein wenig schneller als beim ersten Mal. Christoph hat den Pulsmesser repariert. Auch hier alles i.O. Mazzia hat angefangen zu trinken, in der Pause frisst sie alles was man ihr gibt. Eigentlich perfekt.
Dritte Runde, dieses Mal nur 32 Km. Wir reiten wieder alleine los, Christoph erklärt mir ich habe den Reiter vor mir bis zum ersten Groompunkt einzuholen. Wir probieren es. Einmal sehe ich ihn aus der Ferne, dann ist er verschwunden. Ich bin alleine. Mazzia läuft eigentlich immer noch relativ gut. Bis ich dann an diese Abzweigung komme, an der ich schon zweimal vorbeigeritten bin ich bin absolut verwirrt. Das kann doch nicht sein, habe ich mich veritten? Ich greife zum Telefon und bespreche mich mit Christoph, und bin noch mehr verwirrt. Zum Glück kommen Reiter von hinten, die mir bestätigen ich bin richtig. Viel Zeit verloren, aber was solls. Weiter gehts.
Bei ziemlich genau 100 Km bemerke ich eine Veränderung. Mazzia läuft nicht mehr gleich wie bis anhin. Ich kontrolliere ihren Gang und stelle fest, sie läuft unregelmässig. Ich lasse die Reiter ziehen und gehe in den Schritt in der Hoffnung die Unregelmässigkeit ergibt sich wieder. Beim letzten Groompunkt, ca. 7 Km vor dem Ziel trabe ich sie vor, und es wird mir bestätigt, Mazzia geht lahm.
Aus und vorbei. Ich reite noch ein wenig weiter, steige dann ab und führe Mazzia den Rest von der Strecke. Wir sind 110 Km weit gekommen, es wären nur noch 20 Km zu reiten gewesen. Ich amüsiere mich auf dem letzten Kilometer. Ich werde von einem der Veranstalter erwartet .Mit einem breiten Grinsen bedeutet er mir ich wäre Zweite geworden. Ich grinse zurück und denke: "Schön wärs" Im Ziel kommen ein paar Leute ganz aufgeregt zu mir gerannt und fragen mich ob ich nicht wüsse, dass man die Zielline zu Pferd überqueren muss. Doch doch, ich weiss, nur war dies für mich nicht die Zielline. Die Nachuntersuchung bestätigt mir was ich eh schon wusste. Schade, sehr schade, wäre doch der Rest gut gewesen. Aber das ist das Risiko das man hat in diesem Sport. Mehr als 50 % Ausfälle sind normal.
Mazzia wird von uns noch ein wenig verwöhnt. Wir gehen ein wenig spazieren und lassen sie grasen. Am nächsten Tag erhalten wir die Transportfreigabe. Zurück wieder in der Schweiz. Mazzia geht es wieder gut. Die Lahmheit ist weg. Nun gilt es allen zu danken die es mir ermöglicht haben an diesem Ritt teilzunehmen. An erster Stelle gilt mein Dank meinem Lebenspartner Christoph, der es nicht immer einfach mit mir hat, meine Tochter Patricia, die mich immer wieder aufmuntert und motiviert. Ein ganz spezieller Dank geht aber an Erna Lüdi, der Besitzerin von Mazzia. Erna ich Danke dir für dein Vertrauen dass du in mich hast.
So, das wars für diese Saison. Die nächste kommt bestimmt, aber zuerst kommt der Winter. Mal schauen was das nächste Jahr uns bringt......!
Samstag 5. Sept. 2009 *. 3. Qualifikation (60 Km)
Von der Müdigkeit vom frühen Aufstehen war spätestens dann keine Spur mehr, als ich eine Startnummer bekam und sicher sein konnte, dass es wirklich kein Traum war. Meine Nervosität hielt sich in Grenzen, auch als Claudia und Christoph weg waren und ich auf mich alleine gestellt war........
....wobei das nicht ganz wahr ist, ich hatte eine tolle Mazzia, die für mich die "Höger" herauf und herunter rannte und eine tolle Andrea, der ich mich anschliessen durfte. Das Wetter war einfach perfekt und auch die Landschaft...wenn man mal etwas davon sah....recht schön. Doch wegen den vielen Steigungen schafften es Andrea und ich nicht auf 15 KMH zu kommen, doch ich schaffte meine 3. Quali. Die Freude war, und ist, RIESIG!
Leider hat sich Mazzia bei der Pulskontrolle aufgeregt, so dass wir dann "nur auf dem 5ten Rang waren. Viel entäuschender war, dass ich in der Juniorenwertung vergessen ging?? Da hätte ich nämlich einen richtigen Pokal gewonnen.
Es war trotzdem ein sehr schöner - und langer - Tag! DANKE Mazzia, für dass du mir die 3. Quali ermöglicht hast, Claudia, Du bist der beste Coach der Welt, Andrea, Danke, dass ich mit dir reiten durfte, und natürlich auch an Christoph ein herzliches Dankeschön, für dass du mich nach dem Ritt bei Laune hieltest : )
NaemiFrei
SM Limmattal 5.9.2009 120 Km mit Kigali
Was macht man wenn es so "grusig" regnet und windet am Vorabend der Schweizermeisterschaft? Mann und Frau und Pferd bleibt zu Hause und übernachtet im warmen Bett bzw Stall und stellt den Wecker auf 4.00 Uhr morgens! Pünktlich um 7.00 Uhr morgens wird Kigali den Tierärtzten vorgestellt. Kigali verhält sich für seine Verhältnisse absolut anständig bei den Tierärzten. Seinen Uebermut hat er schon ein wenig abreagiert beim Anhänger, indem er mir das ganze mitgebrachte Futter für ihn auf dem Boden verstreut hat.
Den Glauben an Kigali hat mir, und sicher auch ihm, geholfen die ganzen 120 Km zu überstehen, trotz unzähligen Handicaps wie "Mitralklappeninsuffizienz", "Allergie" gegen "ich weiss nicht was", (hat 6 Wochen lang gehustet und Bronchien waren voller Schleim", und , um ganz Ehrlich zu sein, "ungenügendem Training"! (Infolge Husten) Ich hatte eine Strategie........die gehen leider nicht immer ganz auf.............was ja eigentlich auch normal ist,...........sonst wäre ich ja Hellseher, was ich leider nicht bin. Trotzdem gebe ich immer gerne Prognosen ab. Die, die mich kennen können das bestätigen.
Any Way..........................! Wir sind gestartet mit 12 Anderen Mitstreiterinnen, bzw Reiter/innen. Schon auf der ersten Runde ging meine Strategie nicht auf. Ich wollte zuhinderst reiten, aber ohne den Anschluss auf den Zweithintersten zu verlieren, (will nicht alleine reiten) und nicht allzuschnell reiten. (zuwenig Training) Tja, was macht man wenn alle schnell reiten und immer schön zusammenbleiben??? Mitreiten, und am Schluss von der ersten Runde nach vorne reiten, da Kigali's Puls sehr schlecht nach unten kommt, und ich will einfach den Anschluss nicht verlieren.
Ich habe den Anschluss verloren, da Kigali vor lauter...."ich will noch weiter" zitterte, und sich dadurch der Puls nicht senkte. 15 Minuten haben wir gebraucht! Dafür alle Werte top. 2. Runde. Immer noch die gleiche Strategie: Nicht alleine reiten, das heisst aufholen, obwohl wir dadurch schneller reiten als gewollt, es ist zu betonen, als ich gewollt, Kigali wollte schon, aber er weiss ja nicht wie weit es geht! Nun gut, Wir haben Zwei Reiter von der Sm überholt, bei der Dritten sind wir dann geblieben. Wir hatten Beide das selbe Ziel, Durchkommen!
Dritte und Vierte Runde: Nicht schnell reiten, bergauf im Schritt, sonst nur Trab, hat sich bewährt!
Veronique mit ihrem Araber "Spirit" und ich mit Kigali überqueren nach 120 Km Hand in Hand die Ziellinie. Wir haben es zusammen geschafft diese Distanz in absolut nicht einfachem Gelände zu meistern mit Pferden die, ich sage es einmal ganz offen und ehrlich, noch nicht so ganz bereit waren diese Distanz in einem höheren Tempo zurückzulegen, aber es trotzdem geschafft haben mit 12,7 KMH. Darum Hut ab vor diesen Pferden.
Das sind Kämpfer ohnegleichen. Ich jedenfalls bin sehr sehr stolz auf Kigali!!!
19.Juli 2009 EVG 2 46 Km Hüntwangen
Anders als vorgesehen, darf Naemi ihre zweite Qualifikation mit Mazzia machen. Kigali hustet seit drei Wochen und kann so nicht teilnehmen. Da Bibi nicht so geeignet ist für alle Reiter, nehme ich ihn anstatt Mazzia. Man staune und glaube. Keine besonderen Vorkomnisse. Wir starten und kein Bocken, kein zur Seite hüpfen, keine Vollbremse, keine Eisen verloren und nicht vom Pferd gefallen!
Wir reiten fast alles im Galopp, der gefallene Regen macht die Böden relativ weich.
Es galt zwei Schlaufen zu reiten. 1 mal 26 Km, 1 mal 20 Km. Bibi und ich waren für Mazzia ein kleiner Bremsklotz. Locker hätte sie die 15 KMH geschafft, nur hatte Sie immer das Gefühl auf Bibi warten zu müssen, daher verpassten wir um 6 Minuten die optimale Zeit. Ihr tiefer Schlusspuls von 42 verschaffte ihr trotzdem den guten 7 Rang. Naemi hat Ihre zweite Quali geschafft.und für Mazzia war das ein gutes Training für das Kommende.
20. Juni 2009 CEI ** 130 Km Vittel Frankreich
Ich glaube ich stemple mich langsam aber sicher ab als Pechvogel des Jahres, oder als Clownfigur, oder ich lasse mich demnächst als Stuntman (bzw Frau) engagieren.
Ueber dieses Wochenende in Frankreich könnte ich ein paar Seiten schreiben, aber ich probiere mich kurz zu fassen und werde einiges nur Stichwortartig beschreiben.
Donnerstag 18. Juni 17.00 Uhr Abfahrt nach Vittel. Fahrt problemlos, Ankunft nach 4,5 Stunden. Einrichten, Nachtruhe. Freitag 19. Juni, Vorkontrolle in der Box um 15.00 Uhr, anschliessendes Vortraben. Alles perfekt. Nachtessen, Nachtruhe um 22.00 Uhr.
Samstag 20 Juni, Tagwache um 04.00 Uhr morgens. Massenstart erfolgt um 05.30 Uhr. Und hier fängst es an: Mazzia ist nicht mehr die Mazzia die ich kenne. Beim Warmreiten ist nur eine Richtung möglich, Richtung Start. Nur mit Hilfe von Christoph können wir Mazzia überreden auch in die andere Richtung zu gehen. Dann 3 - 2 - 1 and go......und wirklich go!! Wir starten inmitten vom Feld, habe ich auch so geplant, denn schliesslich lässt sich Mazzia problemlos regulieren. Falsch gedacht! Ich stehe nur noch in den Bügeln und vermache mit den Händen und bremse was ich kann. Erfolglos......
....irgendwann nach dem ersten Groompunkt, an dem ich mich von der lästigen Jacke befreit habe und vergessen habe den Helm wieder zu verschliessen, (Stuntman lässt grüssen, eine Hand Mazzia bremsen, eine Hand Helm verschliessen) werden wir abgedrängt und schlagen einen (Bürzlibaum), echt Filmreif....! Mazzia wird von den Reitern vorne abgefangen. Ich humple irgendwie nach vorne nehme Mazzia wieder in Empfang. Nun anstatt abzuwarten und später aufzusteigen, (die Hitze des Gefechts) mache ich einen auf Indianer und springe irgendwie auf. Ein Indianer kennt keinen Schmerz und so reiten wir einfach weiter, hinein ins nächste Unglück. Hier gilt wirklich "Vogel friss oder stirb". Der Reiter links von mir konnte wirlich nichts dafür, er musste einfach diesem Holzpfahl ausweichen. Mazzia weicht auch aus, auf nassem Gras in einer Kurve reisst es ihr einfach die Füsse weg. Sie landet auf ihrer rechten Schulter, ich kippe nach vorne, sie rappelt sich sofort wieder auf und trampelt über mich hinweg....! Mazzia ist nicht zu bremsen. Ich mache mich zu Fuss auf den Weg zum 1,5 Km entfernten Groompunkt, in der Hoffnung Mazzia ist den anderen Pferden nachgelaufen und Christoph hat sie eingefangen. Diese Hoffnung erlischt sofort als mir Christoph ein wenig später entgegenläuft, ohne Mazzia. Meine Erinnerung an diese Situation ist nur noch vage nach zwei Stürzen. Alles was ich weiss ist, dass jemand Mazzia inmitten vom Zentrum in Vittel in der Nähe von der Polizei gefunden haben. (Vielleicht wollte sie dort eine Vermissten Anzeige aufgeben, so in der Art: Reiterin gesucht. Es vergeht mehr als eine Stunde bis ich wieder mit ihr auf der Strecke bin zum 7 Km entfernten Ziel..
.......wir haben mehr als eine Stunde Rückstand auf die Reiter und noch fast 100 Km vor uns! Die Vetkontrolle bestätigt dass Mazzia noch tip top in Form ist, die Reiterin weniger, aber die muss ja auch nur sitzen, oder? Ich wage es und starte auf die zweite Runde, alleine........Glück im Unglück, ich erfahre beim ersten Groompunkt von Christoph dass sich ein Franzose so irre veritten hat, (das könnte fast ich sein), dass er nun hinter mir ist. Ich lasse mich von ihm einholen, und von da an waren wir ein verschworenes Paar, (sorry Christoph) und ritten zusammen bis zum Ende...
...aber nicht bis zum bitteren Ende, nein, nein. Wir ritten nicht schnell, aber konstant, Reiterin schliesslich stark havariert, (Stuntman ist doch nicht mein Beruf) zu einem sicheren Ende. Der letzte Platz war uns gewiss. Der Applaus bei der Siegerehrung am Abend, da waren wir noch nicht lange im Ziel hat getönt als wären wir Erste geworden, sind wir auch, einfach von hinten.....: - ) Ende gut alles gut.
.....Meinen Grooms noch ein riesiges Dankeschön für die ermunternden Worte und einfach Alles, und es gilt nach wie vor.....ohne Euch ist es nicht möglich, daher Danke, Danke Danke!!!!!!!!!!!!
13. Juni 2009 EVG 4 81 Km (letzter Qualiritt) Fehraltorf
Tausend Dank an meine unermüdlichen, immer gutgelaunten Helferlein's Patricia und Naemi. Schon im Vorfeld gilt es an alles zu denken und nichts zu vergessen. Freitag nachmittag 16.00 Uhr. Alles ist bereit. Wir machen uns auf den Weg nach Fehraltorf. Frau verlässt sich auf das Navigerät und befolgt ganz brav die Anweisungen. Es führt uns direkt nach Zürich, an eine Stopp and Go Lichtampel. Aus den normalen 2 Stunden Fahrt werden so lockere 3 Stunden. Endlich angekommen in Fehraltorf darf Naemi mit Kigali die Füsse vertreten, während wir das Abendessen und unser Nachtlager vorbereiten. Schon bald ist Nachtruhe. Viel zu früh ist es Morgen. Raus aus den Federn. Morgenessen obligatorisch für alle. Schon bald erfolgt der Start zu unserer letzten Qualifikation.
Kigali ist sehr unternehmungslustig. Er wird hier von Naemi noch warmgeführt. Um 08.15 Uhr erfolgt dann der Massenstart. Es sind nur 6 Reiter am Start, da das ein Qualiritt ist. Die Renner sind eine Viertelstunde früher gestartet und sind nicht mehr einzuholen.....
.....was von meiner Seite auch nicht geplant ist. Kigali findet aber, doch schon, probieren kann Mann es ja. Daher erfolgt aus dem Stand beim Start auch sofort der Galopp, und nichts kann Ihn überzeugen zu traben! Fast 5 Km legen wir so zurück. Dann nehme ich rigoros das Tempo zurück. Ich weiss schliesslich wie weit es noch geht, und Er nicht!
....der erste Runde über 30 Km verlief problemlos. Vet Kontrolle i.O. In der Pause frisst Kigali tadellos. Aber er trinkt nicht, und es ist heiss, und er hat auf den ersten 5 Km ziemlich geschwitzt. Die zweite Runde, nach 20 Km, rächt sich meine Vergesslichkeit in Bezug auf den Beschlag. Ich Dummes Huhn habe vergessen (wie kann man nur) Kigali frisch beschlagen zu lassen. Ein Eisen ist locker. Wir warten auf den Hufschmied. Er setzt neue Nägel, wir verlieren dabei gute 30 Minuten und unsere Mitreiterin. Nach 5 Km fliegt dann dasselbe Eisen in hohem Bogen davon. Ich reite noch 6 Km ohne Eisen. Bei der Vetkontrolle ist der Gang aber i.O. Zum Glück. Dieses Mal verbringen wir unsere Pause beim Hufschmied. Das ist schlecht, Kigali kann sich nicht gut erholen, er frisst auch nicht viel. Trinken wäre immer noch erwünscht.
...obligatorischer Re-Check. Ich ärgere mich, weil er so lange dauert. Im Gang bekommt Kigali ein B. Das neue Eisen scheint ein wenig zu stören. Ich starte auf die letzte Runde mit 5 Minuten Verspätung, ohne Begleitung, mit einem Pferd dass zuwenig getrunken, zuwenig gegessen, und mit nicht mehr allzugrosser Motivation ausgerüstet ist. Meine war übrigens auch nicht zu gross. Und das alles bei einer Bruthitze!
....21 Km können sooo lang sein. Ich fange an Selbstgespräche zu führen. Probiere gleichzeitig Kigali zu motivieren. Ich glaube meine Singstimme gefällt ihm nicht so gut. Er dachte nur ans fressen. Doch wir sind Kämpfer, und überqueren die Ziellinie im Galopp und mit gespitzten Ohren. Es gut kühlen, und sobald der Puls unter 64 ist zeigen gehen. Alles nur Kigali nicht steiff werden lassen. Der Hautfaltentest verrät, dass Kigali zuwenig getrunken hat. Die fehlenden Darmgeräusche, dass er zuwenig gegessen hat. Er zieht hinten rechts ein Bein leicht nach. Das heisst zweimal vortraben. Es wird abgestimmt. Die Stimmen entscheiden 2 zu 1 zu Kigalis Gunsten. Das heisst: Wir haben die letzte Quali geschafft, UFF!!
Die Hitze hat mir mehr zugesetzt als ich gedacht habe. Zum Glück habe ich eine Tochter die mich in den Schatten befielt und mir ein kühles Bier in die Hände drückt. Das hilft!
....Kigali erholt sich schnell und frisst was das Zeug hält. Auch Trinken ist aufeinmal Inn. Ach könnte man den Pferden nur erklären wie wichtig Trinken ist....
30. Mai 2009 - 1. Juni 2009 200 Km Beluga Arabian Distanzritt
Eine neue Herausforderung für Mazzia und mich, eigentlich als Training gedacht für das Kommende, stand das Abenteuer, die Gastfreundschaft, das herrliche Wetter und die eindrückliche Landschaft doch im Vordergrund.
Erste Etappe über 83 Km Start in Rammingen, nach 24 Km, 10 Min Pause bei 32 Km 30 Min Pause, im Gestüt Beluga bei 55 Km 1 Stunde Pause, erste Zieletappe im Gutsbezirk Münsingen
Kartenlesen und Reiten ist schwieriger als man denkt, vorallem wenn man sich nicht genügend darauf vorbereitet hat. Zum Glück reitet Elsbeth Brunner mit mir zusammen, die die Strecke schon mehr als einmal geritten ist, so kommen wir nach knapp 6 Stunden Reitzeit auch ohne Verreiter ins Tagesziel.
Im Ziel noch pulsen, vortraben und Schlusskontrolle für diesen Tag. Bei Mazzia alles top. Die tägliche Siegerehrung finden um 21. Uhr statt. Von 30 Gestarteten landen wir auf dem 5ten Platz. Aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig, wir geniessen einfach die herzliche Atmospäre und plaudern munter mit diversen Leuten. Vor allem Patricia meine Tochter hat sich schon mit einer deutschen Familie mit Kindern angefreundet.
2. Etappe über 60 Km. An diesem Tag gilt es einen Kontrollpunkt anzureiten, damit man nicht zuviel abkürzen kann. Nach 20 Km der erste Stopp mit 10 Min Pause, nach weiteren 20 Km eine weitere Pause mit 30 Min. Alle Pause wurden um 10 Minuten gekürzt da heute ein kühler Wind geht, gut zum reiten, aber die Gefahr ist gross, dass sich die Muskeln versteifen.
Patricia hat gut lachen, sie hat sich heute ja auch nicht veritten. (Merci mim Schätzeli für's unermüedliche häufe) Elsbeth und ich waren uns einig dass wir diesen Weg nehmen müssen. Falsch gedacht, alles wieder zurück bis zur Weggabelung, und hinauf zum Kontrollpunkt. So gehen fast 40 Minuten drauf. Das waren lange erste 20 Km, bzw.30 Km.
Wir erreichen unser Tagesziel in langsamen 5 Stunden und 45 Minuten. Auch heute ist gemütliches Beisamesein angesagt, diesmal sind wir die Gastgeber und geniessen einen fruchtigen Erdbeerwein.
In der Zwischenzeit unterhält sich Mazzia mit einem Einheimischen, leider sprechen sie nicht die gleiche Sprache. Mazzia hat heute am zweien Tag bewiesen, dass sie einen unheimlichen Ehrgeiz hat. Beim Start führte sie sich auf als ob sie noch keine über 80 Km am Vortag gelaufen ist, juhuu...im warsten Sinne des Wortes. Die Nachkontrolle überstand sie souverän mit absolut genialen Erholungswerten. Eingangspuls direkt nach Zielankunft bei 56, nach 10 Minuten Puls 40, nach weiteren 10 Minuten Puls 36. Einzig ihre Füdlimuskulatur links war ein wenig verhärtet, wir massieren Mazzia ein wenig, das hilft.
Dritte und letzte Etappe über 54 Km. Erste Pause schon bei 15 Km, 10 Min, dann weitere 20 Km 30 Minuten, dann Endspurt...
Ich hoffe sehr Mazzia verwechselt Deutschland nicht mit der Schweiz. Man stelle sich das so vor. Reiter schaut auf die Karte und sieht, allgemeine Richtung bis an diesen Waldrand halbrechts von uns. Logisch nimmt man den kürzesten Weg, natürlich nicht dem Weg nach, sondern Querfeldein über die Felder. Hier noch den Zieleinlauf nach 195 Km. Am letzten Tag sind die Km nur so geflogen.
Die herrliche Gegend wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Auch die netten Leute die wir kennengelernt haben. Es war eine tolle Zeit, und hier an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Elsbeth Brunner, ohne Sie wäre ich tausendmal aufgeschmissen gewesen.
Mazzia und ich haben viel gelernt an diesem Ritt. Ich: in offenen Schuhen lässt es sich schlecht reiten, man binde die Schuhbändel so, dass sie nicht aufgehen, man befestige die Jacken am Sattel so, dass sie nicht verloren gehen, man nehme die Checkkarte mit auf das Pferd. Mazzia: man fresse wenn man kann, sonst gibt es eine Weile nichts mehr, dasselbe gilt für's trinken, es könnte am nächsten Tag weitergehen, darum verpulvern wir nicht unnötig unsere Energie. Uebrigens: Unser Team Elsbeth mit Capoe, Mazzia mit mir wurden auf dem 2ten Platz rangiert.
8. Mai 2009 CEI * 92 Km Sommant en Morvant FR
Mittwoch 6. Mai, wir sind schon seit 5 Stunden unterwegs und bewundern die unzähligen Rapsfelder im Burgund. Sobald wir von der Autobahn runter sind, tauchen auch schon die Reben auf soweit das Auge reicht. Nach 6,5 Stunden Fahrt erreichen wir unser Ziel Sommant irgendwo in der Pampa von Nirgendwo. Findet hier wirklich ein Internationaler Ritt statt in den nächsten Tagen. Doch doch, schon, die vielen Zeltboxen beweisen es, dass viele Pferde erwartet werden. Mazzia ausladen, sie hat die Fahrt gut überstanden, Beine vertreten, Gras fressen lassen, Unsere Bleibe einrichten. Mazzia versorgen, Grillieren, Zusammenhocken und Quatschen. Es startet für die Schweiz, 1 Freiberger, 1 Vollblutaraber und unsere Wenigkeit.
Der nächste Tag. Die Nacht war sternenklar mit einem Fastvollmond am Himmel und saumässig kalt. Wir drei Schweizer reiten eine vollständige Schlaufe ab um zu sehen was uns am nächsten Tag erwartet. Unsere Pferde sind alle gut drauf, fast zugut, die wollen nur eins, und zwar laufen...! Unsere Grooms fahren unterdessen die Strecke ab, damit sie am nächsten Tag auch alle Groompunkte finden. Nach dem Ritt die Pferde auf den Paddock, wir säubern die Boxen und verpflegen uns dann anschliessend selber.
Bald ist es soweit die Pferde bereitzumachen für die Vorkontrolle. Ein kurzer Kontrollgang zum Paddock von Mazzia lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Das Paddock liegt in einem grossen Wirrwarr am Boden, und Mazzia ist nirgends in Sicht. Das Halfter ist auch nirgends zu finden. Das lässt mich hoffen, das jemand Mazzia in eine Box gestellt hat. Tatsächlich finden wir Mazzia auch auf Anhieb in einer Boxe. Ein Blick genügt um mir zu zeigen, dass Mazzia am Vorderarm blutet. Aber was ist nur passiert? Später erzählt mir ein Franzose der zugeschaut hat was passiert ist. Mazzia hat sich so gewälzt, dass sie sich in der Umzäunung verfangen hat in Panik geraten ist, und sich offensichtlich an einem abgebrochenen Kunststoffpfahl verletzt hat.
Kein Start für uns in Sommant
Mazzia lahmt und hat Schmerzen, dazu hat Sie sicher auch noch einen kleinen Schock. Bei der Behandlung durch den Tierarzt stellen wir fest, dass Mazzia eine 7 cm tiefe Wunde hat. Sehr grosses Pech, aber Glück im Unglück, nichts Bleibendes, es kommt wieder gut. Der Start am nächsten Morgen mit 50 Startenden kann ich nur als Zuschauer miterleben. Wie gerne wäre ich mitgeritten. Auch Mazzia ist in grösster Aufregung. Nachdem das Feld gestartet ist, nehme ich Mazzia zur Box raus um sie grasen zu lassen. Sie zieht aber nur in eine Richtung, Richtung Start, sie wäre wohl auch gerne mitgegangen. Zusammenpacken und nach Hause. Traurig? Ja, sicher! Entäuscht? Ja, auch das! Schuld? Kann man Niemandem geben! Etwas ändern? Ja, vielleicht keine Plastikpfosten mehr Verwenden zum Paddockaufbauen! Mazzia geht es gut, und das ist die Hauptsache...!
18. April 2009 Gossau ZH 90 Km
Kigali ist schon die zweite Woche sehr spinnig unterwegs, Zeit für den ersten Distanzritt! Wir fahren schon am Abend vorher nach Gossau, da ich absolut keine Lust habe mitten in der Nacht aufzustehen. Der Massenstart am Samstag erfolgt schon um 06.30 Uhr.
Sigrid auf Blanco el Sol und ich auf Kigali beschliessen beim Massenstart an vorderster Stelle zu starten, so dass wir unser Tempo reiten können. Das funktioniert bis auf ein paar Bocksprünge von Kigali auch tadellos. Die erste Schlaufe über 35 Km läuft Kigali wie am Schnürchen. Beim Vortraben in der Vetkontrolle legt er noch ein paar Bocksprünge ein.
Seine Werte sind alle top, einzig der Puls senkt sich nicht so schnell. In der Pause frisst Kigali tadellos. Ab auf die zweite Runde, die gleiche über 35 Km. Wir reiten im gleichen Tempo wie in der ersten. Jetzt ist Kigali eingelaufen, er verwirft nur noch einmal sein Hinterteil. Zweite Kontrolle, Puls senkt sich schneller, das Vortraben funktioniert aber diesmal nicht so, Kigali will nicht traben. Trotzdem Gang i.O. Pause! Kigali wirkt ein wenig müde.
Letzte Runde über 20 Km. Wir beschliessen diese Runde langsam anzugehen. Es ist schliesslich das erste Mal das Kigali über diese Distanz läuft. Kigali trabt immer noch munter vor sich hin, aber nicht mehr mit dem gleichen Elan wie zu Beginn. Schlusskontrolle. Alle und wirklich Alle Werte top. Sigrid verliert beim Zieleinlauf noch ein Eisen, trotzdem auch sie hat die vierte Quali mit Blanco bestanden. Kigali frisst was das Zeug hält, dann döst er im Paddock ein wenig vor sich hin. Die Nachhausefahrt vergeht schnell. Kigali ist schon wieder ganz der Alte, frech wie eh und je. Der nächste Tag, Kigali wirkt nicht so als ob er 90 Km gelaufen ist. Wacher Blick, klare Beine, kein Gewichtsverlust, alles Top.
14. Februar 2009 ( Valentinstag)
Was macht man am Valentinstag? Man schenkt eine Rose, oder bekommt eine geschenkt. Man geht zusammen Essen, oder bringt das z'Morge ans Bett, oder.........man geht an einen Distanzritt nach Deutschland....!
Ich fuhr mit Mazzia nach Meissenheim in Süddeutschland für unser erstes Distanzrennen über 60 Km. Das Rennen war als Training gedacht für unsere kommende Ziele.
Das Wetter bei Ankunft in Meissenheim war gut, die Bodenverhältnisse sehr gut, das Gelände flach, und beim Start ein Hauch Schnee über der ganzen Landschaft
...so sahen die Wege am Morgen aus. Zum guten Glück hatten wir Grib in den Eisen. Wir beendeten die 60 Km in 4 Stunden und 14 Minuten. Mazzia lief wie am Schnürchen und bekam lauter A's in ihrer Check-Karte. Der Weg nach Deutschland, übrigens gar nicht so weit, nur etwas über 200 Km, hat sich als Trainingsanreiz auf alle Fälle gelohnt.