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Anlässlich des Sichtungsweekend in Avenches, offen für alle Interessierten am Hochleistungssport, nutzten wir die Gelegenheit um Kigalis Endform nach einer sehr gelungenen Distanzsaison zu überprüfen. Wir trotzten Schnee und Kälte und und harrten fast drei Stunden auf dem Militarygelände aus in Avenches. Kigali hat sich für seine Verhältnisse sehr anständig benommen. Vor allem die Geländehindernisse bewältigte er sehr manierlich.

Es ist nicht selbstverständlich, sich nach einer so harten Saison immer noch in so einem guten Zustand zu präsentieren, wie es Kigali in Avenches gezeigt hat. Immerhin hat er 5 Ritte zwischen 80 - 90 Km bewältigt. Er hat immer alle Kontrollen bestanden. Alle Quali's mit Naemi geschafft, inklusive ihr erstes CEI* über 85 Km.

Aufgrund ihrer gemeinsamen Leistungen wurden Naemi und Kigali ins Juniorenkader B aufgenommen. Sie haben schon viel erreicht die Zwei, hören hier aber noch nicht auf. Neue Ziele wurden definiert. Ein noch entferntes Ziel ist sicher einmal eine Teilnahme an einer EM. Doch zuerst gilt es die nötigen Qualifikationen zu Erreiten. Daher werden wir Naemi und Kigali nächstes Jahr hauptsächlich im Ausland antreffen. Sie versuchen Zusammen ihren ersten CEI** über 120 Km zu bewältigen. Aber zuallererst gilt es an der SM in Gossau zu bestehen. Naemi und Kigali ihr Zwei seit ein Spitzenteam, und ich bin sehr sehr stolz auf Euch.

                   Neuenhof CEI* (Limmattaler) 9. Oktober 2010

                                   Aus drei verschiedenen Sichtpunkten

10.10.2010    Claudia      ........der Anhänger und das Auto sind ausgeladen. Alles ist für die kommende Winterpause fein säuberlich verstaut. Die Eindrücke vom gestrigen Tag sind noch frisch und in bester Erinnerung vorhanden.

09.10.2010 05:45  Patricia     .........der Morgen ist kühl und draussen ist es noch dunkel. Ich stelle fest, dass durch die schiefe Lage des Hängers, ich samt unseren zwei Hunden auf Naemi am liegen bin. Wir wollten sie warm halten, denn die Nacht war kalt. :P

08.10.2010   Naemi    .........Kigali meint nach der Voruntersuchung am Freitag Nachmittag, dass das Rennen schon losgeht und pflügt fast sein Paddock um. Also ab in die Boxe mit Kigali, du musst noch eine Nacht warten bis du rennen darfst..

08.10.2010 Claudia     ............mmh die Gnocci waren sehr fein zum Z'Nacht. Den Abend verbringen wir mit einem spannenden Kartenspiel und einer letzten Besprechung für den kommenden Renntag. Der Veranstalter hat keine Mühe gescheut und stellt alle Teilnehmer vom Rennen mit Foto mittels einer Powerpoint Präsention vor.

09.10.2010 Patricia     ............Ich bin der Navigator. Ich darf sagen wohin es geht und wo man durchfahren kann. Durch mich findet man zu denn verschiedensten Groompoints und dann wieder zurück zum Start/Ziel. Najah, fast immer. Leider kann sogar ich manchmal nicht richtig Karten lesen oder verstehe eine gewisse Beschreibung nicht. "Wo sind wir denn JETZT??" 0_0

09.10.2010  Naemi  .........doch meine Grooms sind nicht die einzigen, die "falsch herum" fahren bzw. reiten, denn auch ich schaffe das auf der letzten 25km Schlaufe (die ich schon zum zweiten mal reite... eheh was machi nume??)  Doch Kigi und ich schaffen es trotz des Umweges zehn Minuten vor der erlaubten Zeit ins Ziel!!

09.10.2010 Claudia..........wir warten und warten und warten beim ersten Groompunkt auf der letzten Schlaufe über 25 Km, die die Naemi schon mal geritten ist am frühen Morgen. Da es wärmer geworden ist habe ich meine Jacke im Vet Gate zurückgelassen, darin befindet sich mein Natel, und der Hilfeschrei von Naemi "Wo bin ich" geht ohne gehört zu werden verloren. Zum Glück sind die Eltern von Naemi dabei und werden von Naemi erreicht. Schnell wird Naemi Mut zugesprochen nicht aufzugeben, sondern die Strecke korrekt zu reiten. Die Zeit reicht noch, trotz dem Verreiter von nahezu 10 Km.

09.10.2010  Patricia        ..........es ist gut das man Cheerleader ist. Mit viel Gejubel und Herumgehüpfe spornen wir Naemi und Kigali an. Nach der letzten 25 Km Schlaufe plus etwa 10km ist das auch nötig. Sehr froh sind alle das sie es doch noch geschafft hat. Und mit einem freudigem "We Are The Champions" begleite ich sie zum Groomplatz zum abkühlen.

09.10.2010 Naemi   .......Ich bin sehr erleichtert als mir der internationale Richter gratuliert, denn das heisst im internationalen Distanzsport so viel wie "ihr habt bestanden!" Kigali hat sich sein Fressen und die Ruhe verdient, ich bin sehr stolz auf ihn! Doch nach gar nicht langer Zeit muss er sich nochmals den Tierärzten präsentieren, und das macht er sehr gut....

09.20.2010 Claudia ...............Bei der Rangverkündigung wird Naemi wie nicht anders erwartet "Erster". Sie war ja auch die Einzige, die bei den Junioren CEI* gestartet ist.  Es wird verkündet, dass bei den nationalen Rennern keinen "Best Condition" vergeben wird, da kein Pferd den Anforderungen gerecht wurde. Doch was nun kommt lässt meine Brust voll Stolz anschwellen. Folgende Worte lassen mich strahlen: Das Pferd "Nazhada Kigali" geritten von der Juniorin Naemi Frei präsentierte sich in der Nachkontrolle in Top Form, so dass wir den Best Conditon der Junioren CEI* an ihn vergeben. So nimmt die Saison 2010 ein wundervolles Ende.





              "Wehntaler 7. August 2010 CEN* 82 Km

Naemi's erstes Rennen auf Kigali war ein voller Erfolg für die Beiden. In einer schnellen Runde über die ersten 35 Km verschaffen sich die zwei genügend Distanz auf die folgenden Reiter. Die zweite Runde erheblich langsamer, auch Gelände bedingt, aber immer noch schneller als die Anderen Mitstreitenden, lässt Naemi auf die letzte Schlaufe mit 14 Minuten Abstand auf den Zweitplatzierten starten. Und hier beweist Kigali einmal mehr was für ein Büffel er sein kann wenn er nicht will. Mit Betonung auf nicht wollen, und nicht, nicht können. Naemi wird auf dem letzten Kilometer noch eingeholt und verliert ihren ersten Platz, welchen sie auch bei einem Finish nicht mehr holen kann. Trotzdem, es war für die Beiden ein geniales und erfolgreiches erstes Rennen.


                    "Aemmitaler 4. Juli 2010 EVG 2 42 Km


Frühmorgens am 4. Juli, es blitzt und donnert und es regnet was es regnen kann. Der Reitplatz steht unter Wasser. Die Markierungen die wir mühselig in den letzten zwei Tagen gesetzt haben sind höchstwahrscheinlich dem Gewitter zum Opfer gefallen. Na prima, ideale Voraussetzungen für den ersten Distanzritt im Emmental.

Christoph schwingt sich auf den Töff um möglichst vor dem Start des EVG 4 die Markierungen zu erneuern, damit sich niemand verreitet im tiefen Emmental.

Zwischenzeitlich haben wir alles so weit vorbereitet, dass wir die lange Fahrt " 5 Autominuten" in Angriff nehmen können. Das erste Telefon von Christoph mit der Bitte sein Portomonnaie mitzunehmen, sind wohl ein wenig schnell zum Haus hinaus, auch die kurzen Hosen wurden vergessen, schliesslich wird es auch heute heiss, und einmal mehr ist er mit dem Töff umgeflogen. (Gefährliches Emmental)

 

Naemi hat sich mit Kigali für das EVG 2  angemeldet, als Training für das kommende Rennen im August. Einmal ohne Bibi als Bremsklotz.

startMario Paini auf Burj al Arabe, ehemaliger Bewohner vom El-Manis, nehmen zusammen mit Naemi und Kigali die 42 Km unter die Hufe.

Heute habe ich das Vergnügen, Naemi und Mario zu betreuen, zusammen mit Erika als Helferin, links im Bild. Heute ist Wasserschlacht angesagt, der Boden ist schon wieder so trocken, als wäre das Gewitter vom Morgen nur ein Traum gewesen.

Kigali mit WettkampffigurDie erste anspruchsvolle Schlaufe über 21 Km geht länger als die meisten denken. Kigali nimmt das alles locker, ist doch schliesslich sein Ausreit- und Trainingsgelände. Auch Burj läuft locker vom Hocker mit. Er hat seine Zeit im El-Manis wohl auch nicht vergessen. Zum zweiten Groompunkt kommen wir um 30 Sekunden zu spät. Die Zwei reiten schneller als gedacht.

Pause ist angesagt. Ich vernehme, dass sich doch ein paar Reiter veritten haben, sorry, wirklich sorry an die Betreffenden. Wir haben leider keinen Einfluss auf den Wettergott, und die Zeit war einfach zu kurz um alles korrekt nachzumarkieren.

Wir warten. Naemi und Mario befinden sich auf der zweiten Schlaufe, wo die ersten 15 Km ein hinauf und hinunter ist. Eben so richtig Emmentalerisch.

Christoph erklärt dem Schmid wo sich die Reiterin mit dem verlorenen Hufeisen befindet, und wird dabei gefilmt. Wir werden berühmt!

ZielKigali und Burj laufen zusammen als hätten Sie nie was anderes gemacht, und erreichen so auch im schönsten Einklang zusammen das Ziel. Die letzten 6 Kilometer dieser Schlaufe entschädigte alle Reiter für das ewige auf und ab. Wunderbar lies es sich da "der Aemme na" galoppieren.

Das hier im Bild ist nicht mehr der Kigali der Er einst war. Gelassen steht er da bei der Schlusskontrolle. Das hat definitiv auch grossen Einfluss auf seine Pulswerte. Wir staunen nur so über seinen Ruhe- und seinen Schlusspuls. Das ist noch nie dagewesen. Der von Naemi sehr gut eingeteilte Ritt, das umsichtige Reiten und die guten Werte verhelfen den Beiden zu einem fantastischen zweiten Rang. Einfach super!!

Wer so strahlt, der hat es verdient. Mario, Du und Dein Burj, ihr seit ein super Team. Nochmals herzliche Gratulation zu Deinem dritten Rang.

So neigt sich der Tag langsam seinem Ende zu. Er war lang und heiss. Unterhaltsam und spannend. Für Naemi eine gute und erfreuliche Erfahrung. Für Kigali ein gutes Training. Für Christoph ein arbeitsreicher Tag, und für die Organisatoren vom Aemmitaler Ritt ein voller Erfolg. Noch zum Schluss ein herzliches Merci unserem Papparazzi Patricia für die tollen Fotos. Und für alle die hier mitlesen, es sieht gut aus für den "Aemmitaler" im 2011.



                    Fehraltorf 12. Juni 2010 EVG 4 81 Km


Heute wird es sich zeigen ob Bibi seine, ich sage dem mittlerweilen: "Aussetzer im Kopf", oder "Hänger", oder " in ein Loch fallen" überwunden hat. Am Beluga ist Bibi ja diese Distanz inkl Verreiter schon mal gegangen. Jetzt braucht es nur noch die Geschwindigkeit von 12 KMH.

Vor ca. 1,5 Jahren hat Naemi das Brevet gemacht, und heute reitet Sie ihre letzte Quali!

freudestrahlend nach 81 kmUnd wir haben es geschafft! Bewusst langsam geritten, nur minime Hängerchen von Bibi, für Bibi. Naemi auf Kigali auf den ersten zwei Runden bremsend, sonst konstant durchgeritten. Auch Anita auf Mazzia hat ihre vierte Quali geschafft. Herzliche Gratulation an alle. So sollte es immer sein. Freudestrahlend über die Ziellinie und alles im grünes Bereich in der Schlusskontrolle.


             Beluga zum Zweiten (..und sicher nicht zum letzten)

21. Mai 2010:   Packen wir für eine Weltreise? Nein, wir sind am vorbereiten für den Beluga Ritt über Drei Tage und 200 Km. In Kürze fahren wir los mit dem vollgestopften Auto von Christoph. Mit dabei sind Bibi, Kigali, Naemi, Patricia, Christoph und meine Wenigkeit. Die 400 Km lange Fahrt legen wir in 6 Stunden zurück, inkl. Staus und Grenzübertritt. Schnell sind die Paddocks aufgestellt, die Pferde versorgt, die Unterlagen geholt. Der Infoteil und das Abendessen geht im Gleichen vorbei. Bald geht es ab in die Federn, nur noch die Karten studieren und die zu reitende Strecke einzeichnen. Da dies ein Kartenritt ist, ist das dass A und O.

22.Mai 2010 8.00 Uhr. Der Start ist freigegeben für über 30 Reiterpaare. Wir starten sehr verhalten im Trab. Das Wetter ist ideal, wie bestellt. Die Strecke ist mir vom Vorjahr noch relativ gut im Gedächtnis und die Reiter haben sich noch nicht so in die Länge gezogen, so dass wir die Karte nicht viel brauchen. Irgendwann einmal stolpert Bibi, ich denke nur so für mich, Nein Bibi fang nicht jetzt schon damit an. Beim zweiten Stopp beim Vortraben bemerke ich sofort, Bibi läuft nicht gut. Oh Nein, nicht schon am Ersten Tag. Vor allem konnten wir uns seine Lahmheit absolut nicht erklären. Wir checken kurz all seine Eisen durch, und die Ursache war offensichtlich. Der Stolperer von Bibi war ein "Fasteisenabziehen" . Er ist sich selber in das Vordere Eisen getreten, hat dabei das Eisen fast abgezogen, sich dabei eine Zerrung geholt, und ist mit verbogenem Eisen noch 15 Km weitergelaufen. Schnell das Eisen runter, wieder rauf, die Zeit läuft uns davon. Naemi muss wieder starten, ohne uns. Nach dem weiterreiten von Naemi trabe ich Bibi nochmals vor, und siehe da, alles wieder gut!!

Oh Bibi ist böse auf uns. Sein bester Kollege ist fort. Wir haben alle Hände damit zu tun ihn zu beruhigen. Ohne grossen Erfolg. Naemi hat sich anderen Reitern angeschlossen und reitet die 80 Km zu Ende. Für Kigali keine grosse Anstrengung. Wir warten im Tagesziel auf die Beiden. In der zweiten Gruppe erreicht Naemi das Ziel. Bibi hat in der Zwischenzeit allen anwesenden Personen im Roundpen gezeigt wie er sich schön bewegen kann, und was für eine schöne Stimme er hat.

22. Mai 2010. 8.00 Uhr  Die Sekunden werden heruntergezählt auf gehts auf die nächste Etappe über 60 Km. Der Kontrollpunkt ist schnell gefunden, auch wenn ein anderes Reitertrüppli es irgendwie geschafft hat vor uns dort anzukommen. Die haben einen schnelleren Weg gefunden. So gehts am Beluga, da es einem frei steht wodurch man reiten will, einzig die Kontrollpunkte und die Vetgates sind anzureiten, egal aus welcher Richtung. Bibi und Kigali sind gut drauf, es ist warm geworden. Zum Glück betreut uns Christoph und Patricia immer wieder ein wenig unterwegs.

Ich zu Naemi, ich glaube wir müssen hier rechts. Gesagt getan. Hm, wo sind wir? Das kann nicht stimmen! Ein wenig verritten, nicht so schlimm. Weiter, bald kommen wir in die Nähe vom Stopp. Wir reiten in einem Tal. Ich weiss es ist schwierig den richtigen Aufstieg zu finden. Prompt nehmen wir einen Weg zu früh und landen irgendwo. Nach einigen Hin und Hers, finden wir doch noch den Stopp. Irgendwie kommen wir von der falschen Seite. Egal, wie geniessen die Pause, und den Schatten, mittlerweilen ist es heiss geworden.

Wir studieren fleissig die Karte in der Pause. Bekommen gute Ratschläge von Patricia und Christoph damit wir uns nicht wieder verreiten.  Ich drücke Naemi die Karte in die Finger mit den Worten, Du machst das besser als ich. Weiter gehts. Durch den Wald. Wie wir aus dem Wald rauskommen, gibt mir Naemi die Karte und sagt: "Wir sind hier, kannst Du jetzt schauen" Gesagt getan, kurz orientiert. Hier ist der Wald hier ist die Strasse, hier sind viele Spuren von anderen Reiter, fazit hier sind wir richtig. Welcher Weg jetzt, ah ja, so halb rechts. Wir reiten auf einem leicht gewundenen Waldweg, auch das stimmt überein mit der Karte. Und dann...........eine Kreuzung mit 5 Strassen mitten im Wald. Das stimmt nicht.

Wo sind wir? Wir finden unseren Standort nicht mehr. Wir sind verloren, wie Hänsel und Gretel im Wald. Da wir keine Brotkrumen finden, reiten wir ungefähr in die Richtung in die wir müssten, allgemeine Richtung Süden. Wir entscheiden uns für einen Weg, wie wir ein wenig später herausfinden für den Falschen. Der Weg hört auf, wir befinden uns dort wo sich Fuchs und Hase Gutenacht sagen. Es ist unmöglich quer durch den Wald weiterzureiten. Wir liegen fast auf den Pferden damit wir noch unter den Aesten durchkommen, dann geht es steil bergab und die Bäume sind so eng beieinander, dass wir absteigen und schlussendlich umkehren. Zurück zu der Kreuzung. Diess Mal nehmen wir den grössten Weg und orientieren uns an der Sonne. Keine Person da die wir fragen könnten wo wir sind. Wir wollten nur noch eines raus aus diesem Wald, damit wir uns wieder orientieren können.

Endlich treffen wir jemanden an. Im besten Hochdeutsch fragen wir: Können Sie uns auf der Karte zeigen wo wir sind? Nach einigem studieren bekommen wir zur Antwort: Ihr seid gar nicht mehr auf dieser Karte hier drauf:  Aahaaa....darum konnten wir uns nicht mehr orientieren. Nun gut, wo wollt ihr hin? Ja, allgemeine Richtung ....."irgendwas mit Mundingen". Schnell war der Weg erklärt. Das beschriebene Schloss gefunden, und endlich endlich auch den Stopp gefunden. Wollen wir wirklich weiterreiten. Erst mal Pause, dann sehen wir weiter. Wir haben uns entschlossen weiterzumachen, obwohl Bibi wieder angefangen hat Unregelmässig zu gehen. Die letzten 10 Km reiten wir nur noch sehr langsam, damit Bibi nicht wieder lahm geht. Souverän leitet uns Naemi über diese Distanz. Wie zählen die KM rückwärts und erreichen erleichtert das Tagesziel. Aus den 60 Km wurden so fast 80 Km. Bibi hat noch einigermassen gut vorgetrabt, so dass wir diese Tagesetappe in der Wertung erreichten.

Am Abend durften wir uns dann noch diverse Witze anhören, so wie: "Ihr müsst für die mehr gerittenen KM nachzahlen", wir gaben dann lediglich zur Antwort: " Wir wollten nur der grössten Tageshitze ausweichen, schliesslich ist es im Wald viel kühler" Ja, so kanns gehen. Am nächsten Morgen war Bibi's Bein leicht angeschwollen und warm, so dass ich auf den Start am letzten Tag verzichtete. Naemi nahm zusammen mit anderen Schweizern die letzten 51 Km in Angriff. Und Naemi blieb auch an diesem Tag nicht verschont vor dem Verreiten. Zum Glück "nur" um 6 KM dieses Mal. Bibi auf dem Bild erwartet sehnsüchtig Kigali.

Naemi und Kigali haben es geschafft. Die ganze über 200 Kilometer hatte Kigali nicht ein einziges Mal einen Hänger.Die Erholungswerte waren immer gut, und auch sonst alles perfekt.  Am letzten Tag konnte Naemi Kigali sogar am losen Zügel galoppieren. Der Tierarzt meinte in der Schlusskontrolle, endlich kann er still stehen. Doch ein wenig müde? Darf er auch nach sovielen Kilometer. Naemi und Kigali, ich GRATULIERE euch Beiden zu Eurem verdienten 9. Rang. Ihr seid SPITZE.

Nach der Siegerehrung machten wir uns auf den Heimweg. Das Navigerät zeigte uns den kürzesten Weg nach Hause. Ich war gerade so sanft am einschlummern, da erzählte die nette Frauenstimme vom Navigerät: Fahren sie 200 Meter, dann rechts abbiegen, dann "Fähre fahren". Wie bitte, habe ich mich verhört? Nein wir durften auf dem schnellsten Weg den Bodensee überqueren, auf der Fähre. Und so bekam unser Abenteuer Beluga noch einen Hauch Ferien ab. Wollt ihr auch ein Abenteuer erleben, viel reiten, immer weiter, Nette Leute kennenlernen, Gastfreundschaft geniessen, und einmal "Fähre fahren", dann meldet Euch nächstes Jahr an für den "Beluga", ich kann es nur empfehlen.






                         Zum letzten Mal in Gossau 9.Mai 2010

Seit Mitte Januar sind wir am trainieren, voller Vorfreude auf den Saisonstart anlässlich der Schweizermeisterschaft in Gossau ZH. Das Ziel für Gossau ist für Naemi auf Kigali ein EVG 4, und ich begleite Sie mit Bibi. Wobei ich mit Bibi eigentlich nicht über 90 Km starten will, da er mir in den letzten Jahren mehr als einmal gezeigt hat, dass Er für diese Distanz noch nicht bereit ist. Wie nun die Auschreibung von Gossau aufgeschaltet wird, stelle ich voller Freude fest, dass die Startzeiten vom EVG 3 ab 7.30 Uhr festgelegt sind. Der Massenstart vom EVG 4 erfolgt um 7.30 Uhr. Perfekt. So melde ich uns an, Kigi im EVG 4 und Bibi im EVG 3.

Soweit Sogut. Pünktlich 1 Woche vor der Schweizermeisterschaft  erscheint das Programmheft. Beim studieren desselbigen bemerke ich, dass die Startzeiten vom EVG 3 geändert haben. Ich überlege mir, das kann nicht so schlimm sein, ich frage dann vor Ort nach, ob ich früher starten kann.

Der Vortag von der Schweizermeisterschaft bricht an. Wir sind fleissig am packen und vorbereiten. Eine zugelaufene Katze, die noch zum Tierarzt muss, sowie mein Fohlen Mysha, der eine entzündete Nabelschnur hat, und auch noch den Tierarzt benötigt, bringen unseren Zeitplan so durcheinander, dass wir erst nach 19.00 Uhr in Gossau eintreffen. Schnell haben wir die uns zugedachte Wiese gefunden, auf der wir Paddock für die Pferde aufstellen können, und auf der wir übernachten können. Schon beim austeigen trete ich zum ersten Mal in einen Kuhfladen, oder auf gut Deutsch in Kuhscheisse. Ein Blick in die Runde zeigt mir, dass ganze Feld ist voll, von nun an benütze ich nur noch die Abkürzung (KS). Hier gilt es aufzupassen wohin man tritt. Das den Pferden und vor allem Nena, die zum ersten Mal mitdurfte, zu erklären, gestaltet sich da schon schwieriger. Bald ist es dunkel, und alles sieht gleich aus, nur das ab und zu auftretende Matschgeräusch zeigt an, wenn man wieder einmal in (KS) getreten ist.

Renntag:  Naemi und ich sehen uns den Massenstart der Schweizer Elite an, bevor wir uns ins Sekretariat begeben um unsere Startnummern zu holen, und vor allem um die Erlaubnis zu erhalten früher starten zu können. Auf meine Frage erfolgt so unmissverständlich und schnell die Antwort: "Unter keinen Umständen", dass ich mich gezwungen sehe auf das EVG 4 umzumelden. Ich erkläre, natürlich bin ich bereit die Differenz vom EVG 3 auf das EVG 4 zu bezahlen, aber nicht den Betrag für die Ummeldung auf eine andere Prüfung, schliesslich habt ihr die Startzeiten geändert. Ein Argument folgt dem anderen, bis die Dame im Sekretariat mir ziemlich rüde mitteilt, "wenn es mir nicht passt, könne ich ja wieder gehen, dort ist die Tür". Ich bin ziemlich paff ab soviel Frechheit, und noch 45 Minuten bis zum Start. Zähneknirschend bezahle ich Fr. 50.- nach und verlasse das Sekretariat.

Wir bereiten unsere Pferde vor. Unser Groom Marion, an dieser Stelle noch vielen vielen Dank für deinen Einsatz, ist eingetroffen. Sie wird uns zusammen mit Patricia betreuen. Alles was ich in die Finger nehme, einschliesslich unserer Pferde ist voller (KS). Die Voruntersuchung ist schnell vorüber, ich entschuldige mich bei den Tierärzten für den Zustand meiner Pferde, da nichteinmal ein Schlauch zur Verfügung stand.

Das Feld startet, wir 5 Minuten später. Kigali und Bibi sind ruhig und traben frisch dahin. Ca. 10 Minuten später. Eine Reiterin hat uns eingeholt und fragt freundlich ob sie sich uns anschliessen darf. Natürlich, kein Problem. Auf meine Frage ob Sie auch später als das Feld gestartet ist folgt die Antwort, nein ich bin im EVG 3 und durfte früher starten. Mein Mund ist offen, ich kann es nicht glauben.

Die ersten 35 Km fliegen bei angeregten Gesprächen nur so dahin. Kigali lässt sich gut regulieren, obwohl Naemi nonstopp auf der Bremse steht, Bibi zeigt schon seine ersten Hängerchen. Im ersten Vetgate lässt sich Kigali schneller als gewohnt runterpulsen, das liegt wohl an der perfekten Betreuung von Marion. Beide Pferde zeigen sich perfekt in der Kontrolle.

Zweite Schlaufe:   Wir starten wieder ruhig im Trab auf die gleiche Schlaufe. Schon bald lässt mich Bibi merken dass er mehr als nur Hängerchen hat, so beschliesse ich beim zweiten Groompunkt Kigali ziehen zu lassen, da ich nur ein Bremsklotz für Kigali bin. Ich lasse Bibi 10 Minuten grasen bevor ich im Schritt weiterreite.

In der Zwischenzeit hat Kigali problemlos die anderen Reiter vor ihm eingeholt. Zusammen reiten sie ins zweite Vetgate. Die Vetkontrolle mit anschliessenden Vortraben ist kein Problem für Kigali. Er geniesst seine Pause, während ich mit Bibi noch unterwegs bin.

Ich bin einige Zeit alleine unterwegs, bis mich meine Trainingspartner von Frutigen einholen. Welch ein erfreulicher Zufall. Wink nach Frutigen. Das lässt Bibi natürlich aufleben, und so legt er die letzten 5 Km doch noch recht motiviert zurück. Bibi ist jetzt 70 Km gelaufen. Zeit aufzuhören, so wie geplant. Nur, helfen da die Richter und Jury mit?  Wie ich Bibi nach kurzer Zeit präsentiere kündige ich beim Tierarzt an, dass ich eigentlich zurückziehen möchte, aber vorher noch einen Juryentscheid erfragen muss. Ich weiss, kompliziert, aber meiner Meinung nach machbar. Wie gesagt so getan. Bibi ist schnell im Paddock untergebracht mit einem Aufpasser, denn irgendwie vermisst er seinen Kollegen immer noch, was er auch ab und zu lautstark vernehmen lässt.

Kigali ist schon wieder unterwegs, und ich suche einen Weg um das EVG 4 wieder in ein EVG 3 umzuwandeln. Mein Weg führt mich von der Veranstalterin Doris Frei über ihren Ehemann Franz zu dem internationalen Richter bis zur internationalen Richterin die mir, übrigens sehr freundlich und sachlich mitteilt, nein, man könne das nicht ,das Regelement erlaube das nicht. Das was ich hier so kurz und sachlich niedergeschrieben habe hat sich fast eine Stunde lang in die Länge gezogen. Meine Frage: Warum darf eine andere Reiterin früher starten als erlaubt und ich nicht, und ich muss Fr. 50.- nachzahlen für eine Ummeldung die ich eigentlich gar nicht wollte"  wurde beantwortet mit: "Das waren die Funker". Nur geht mich das eigentlich gar nichts an wer das war, ich weiss nur das ist nicht fair so......!!!  Diese Diskussion wurde dann sehr abrupt beendet von Doris Frei mit den Worten: " Es ist genug, wenn Du willst, kann Du einen Rekurs einreichen, Fr. 300.- bezahlen, und im Moment bist Du disqualifiziert. Punkt!

In der Zwischenzeit reitet Naemi ihre letzte Schlaufe zu Ende zusammen mit Kathrin, Bibi protestiert nach wie vor lautstarkt über diese Ungerechtigkeit, ich glaub ich muss ihm Recht geben, und ich begebe mich wieder zu Bibi um ihn und auch mich wieder zu beruhigen. Bibi, ich verstehe Dich.

Das Bild oben zeigt übrigens Naemi auf Kigali beim Zieleinlauf nach 90 Km. Und ich muss hier schreiben. Ich bin so stolz auf Euch Zwei. Ihr habt das so toll gemacht. Und ich entschuldige mich auch an dieser Stelle für meine Ausschweifungen über die (KS) usw....! Denn Ihr Zwei habt das einfach super gemeistert. BRAVO!!!

Doch damit ist diese Geschichte noch nicht beendet, Nein. Kigali weist eine tadellose Checkkarte vor, Naemi hat ihre vierte Qualifikation bestanden. Wir begeben uns an die Rangverkündigung. Alle Junioren werden erwähnt, bis auf eine einzige Ausnahme, das ist Naemi. Das kann es doch nicht sein! Was hat Naemi mit meinen  Meinungsverschiedenheiten mit dem Sekretariat oder mit Doris Frei zu tun? Als Naemi anschliessend ihre Quali Karte abholen will, ist diese unauffindbar?? Wie wir uns zum Anhänger begeben um die Pferde zu verladen treffen wir eine Frau vor, die "Rossböle" von der (KS)-Weide absammelt. Auf meine Frage Warum dies, gibt Sie mir zur Antwort, sonst bekomme Sie das Depot für das Paddock von Fr. 20.- nicht retour. Gossau hinterlässt einen sehr schalen Geschmack in meinem Maul. Das hängt eventuell auch zusammen, dass ich sehr viel (KS) von dort mitgenommen habe, im wörtlichen, wie auch im sprichwörtlichen Sinn!

Dies ist der längste Bericht, den ich je über einen Distanzritt geschrieben habe. Ich bin schon an sehr vielen Veranstaltungen, national wie auch international gestartet. Ich habe noch nie so eine kroteske Situation wie in Gossau angetroffen, mit so sturen und unfreundlichen Leuten. Daher meine Empfehlung für ALLE.....Gossau ZH ist NICHT empfehlenswert!

Wie seht IHR das...??